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Kerstin Fritzsche

Die kürzesten Wörter, nämlich "ja" und "nein", erfordern das meiste Nachdenken. - Pythagoras

Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an. - Johann Wolfgang von Goethe

Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben.

 - Otto von Bismarck

 

Politik ist angewandte Liebe zum Leben.

 - Hannah Arendt

 

Journalisten sind Generalisten. Sie verstehen alles, aber alles meistens nur halb. - Claus H. Casdorff

Schweigen ist eines der am schwierigsten zu widerlegenden Argumente.
 - Josh Billings

 

Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert.
 - Gabriel Barylli

 

Über 50 Prozent der Offliner glauben, das Internet wird vollkommen überbewertet. - ARD/ZDF-Onlinestudie 2007

Mi

26

Okt

2016

Queerness verquer

Es gibt eine neue Studie zu Sexualitäten und Lebensstilen. Demnach ist Deutschland das queerste Land Europas. Bitte? Genau, ein Dutzend Länder in Europa haben vor uns volle Rechte für Lesben und Schwule, aber wir sind die Sperrspitze der Queerness. Kaum zu glauben.

Nun, es geht aber nicht um Gleichstellung. Oder überhaupt Politik. Andersherum - das vorweg - wäre Position 1 in Sachen Queerness ja auch ein Grund, um endlich mal die Politik der Realität anzupassen. Aber auch darum geht es nicht. Das Motiv des Berliner Marktforschungs-Start-ups "Dalia Research", das die Studie gemacht hat, ist Historismus: Die These, etwa 10 Prozent der Bevölkerung seien schwul oder lesbisch, ist alt. Dalia wollte daher in einer repräsentativen Umfrage in Europa herausfinden, ob man die "LGBT-Bevölkerung neu zählen" kann. Fast 12.000 Europäer wurden dafür befragt. Nicht am Telefon, sondern web-basiert in moderner Online-Kommunikation (soll heißen: nicht über ein Online-Formular auf einer Website).

 

Methode: die alte Kinsey-Skala

 

Ergebnis: 6 % sagen von sich selbst, sie seien LGBT, in Deutschland sogar 7,4 % - der damit höchste Wert eines Landes. Wie aber kommt dieses Ergebnis zustande? Wurde dabei zum Beispiel reflektiert, dass hierzulande so viele Menschen zu ihrer sexuellen Neigung stehen können, weil es ihnen im Vergleich zu, na, sagen wir Ungarn (1,4 %), gut geht, und sie wenig verfolgt, dumm angemacht, bedroht werden? Wie wurde Queerness definiert? Jedenfalls nicht modern, denn Grundlage war auch für die neue Studie im Jahre 2016 die Kinsey-Skala von 1948 bzw. 1953, die zwar unterschiedliche Ausprägungen von Hetero- und Homosexualität und auch Asexualität misst, aber zB eben nicht Transsexualität. Und vor allem durch einen Fragebogen, der versucht, sexuelle Erregungen abzufragen. Das ist durchaus umstritten, jedenfalls in der Soziologie.

 

Sexuelle Identität ist viel mehr als Sex

 

Sexuelle Identität bzw. Queerness ist aber eben sehr viel mehr als Sex. Und so liefert auch die Dalia-Studie vereinfachende, stereotype Ergebnisse wie zB die Ableitung, es gäbe mehr lesbische Frauen bzw. mehr Frauen würden sich als tendenziell lesbisch oder bi definieren, weil mehr Frauen lesbische Pornos gucken. Und dann gibt es so Jugend-Medien wie das Magazin "jetzt" der "Süddeutschen", die schreiben das auch so - und finden diese angebliche neue Vielfalt ganz toll.

 

Film <--> Realität

 

Mal abgesehen davon, dass man allein Abhandlungen darüber schreiben könnte (oder Studien führen) darüber, welche Frauen- und Rollenbilder in Pornos auch mit lesbischen Handlungen so transportiert werden und ob die mit der eigenen Sexualität korrespondieren, so ist doch wohl klar, dass solch eine einfach Korrelation schlicht falsch ist, weil sie Fiktion mit Realität kreuzt. Ich mag auch Thriller, aber deswegen bin ich nicht eher eine potenzielle Messerstecherin als eine andere Frau in meiner Alterskohorte.

 

"Survey is imperfect"

 

Immerhin zugute halten muss man Dalia, dass sie ihre Studie selbst für nicht perfekt halten, da sich immer noch 8 % der Befragten nicht trauten, zu antworten und 12 % nicht antworteten, wie sie ihre Sexualität beschreiben würden. Die Berliner räumen ein, dass das daran liegen mag, wie gefragt wurde, denn die eigene Sexualität ist ja ein sehr persönliches Thema, auch, wenn es anonymisiert behandelt wird.

Ein anderes Problem: Dalia arbeitet mit Targeting und fast ausschließlich online-basiert. Damit erreicht man nicht jede Zielgruppe/Alterskohorte gleich gut.

ABER: Was die neue Studie auf jeden Fall zeigt: Ein Europa der jungen Menschen wäre auf jeden Fall ein bunteres, offeneres. Wenn denn diese jungen Menschen auch politisches Gewicht hätten.

 

 

 

 

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So

09

Okt

2016

Mysterium um AfterEllen.com

Vor drei Wochen wurde bekannt, dass die Webstie für lesbischen popkulturellen Inhalt AfterEllen.com schließt. Eine Ära von Medien-Produktion in der Nische geht damit zu Ende, entsprechend groß war der Aufschrei in den USA, aber auch in Europa (meine Auseinandersetzung damit hier).

 

Dann war auf AfterEllen.com zu lesen: Nee, stimmt gar nicht, wir machen weiter, aber anders. Und 2015 erklärte der Co-Gründer des Betreibers Evolve Media, Brian Fitzgerald, zum Thema: "We just did our 2015 audit, and AfterEllen, TotalBeauty and DogTime grew traffic 48%within one year, and revenue by more than 100%. We were able to achieve those milestones while still reducing headcount by more than 50%. (...) That’s how I can amplify revenue. I’m not adding any salespeople, I’m just giving the team another great product to sell." Und genau letzteres hat wohl nicht geklappt, oder jedenfalls nicht mit Trish Bendix's Richtung "to sell with unique content". Es sah sehr danach aus, dass man vor allem Chefredakteurin Trish Bendix loswerden wollte.

 

Erst vor drei Tagen war dann bei quartz.com zu lesen, dass AfterEllen.com doch dicht macht. Wie denn nun, geht es weiter oder nicht? Ging es nur darum, jemand in Führungsposition loszuwerden, damit man die Richtung ändern kann? Wird die Richtung geändert? Oder wird nicht eher so Content reduziert und der wenigere Content stromlinienförmiger?

 

Das Problem mit dem ausbleibenden Wachsen in der Nische ist freilich ein Stückweit auch selbstgemacht, wenn man nicht investiert, auch im Medien-Bereich. Wenn Fitzgerald sagt, er brauche keine zusätzlichen "salesmen", dann irrt er. Gerade im Online-Bereich ist Zielgruppen-Targeting in der Werbung ziemlich erfolgreich - aber dafür braucht man eben einen langen Atem und direkten Kontakt zu potenziellen Werbetreibenden. Die sind da, auch im Bereich lesbische Frauen. Klar haben Schwule mehr Kaufkraft. Aber gerade in Los Angeles gibt es einige einflussreiche Lesben mit großer Kaufkraft. Jetzt sind dafür Anzeigen auf der Website, die für Donald Trump werben - der offen homophob auftritt.

 

Für Sarah Warn, die AfterEllen.com mal gründete, ist das alles auch ein Ergebnis davon, dass Frauen und Lesben im besonderen nicht als werbewirksam und vor allem nicht als Konsumentinnen eingestuft werden, weil sie jahrzehntelang als unsicher, arm, schüchtern, hässlich, nicht erfolgreich dargestellt wurden. Laut "quartz" schrieb sie u.a. in einer Reihe von Facebook-Posts: "Over the last decade or so, TV and movies have begun to portray some lesbians as wealthy businesswoman, for example, or moms, or both, but for decades prior we’ve generally been portrayed by the media as scared teenagers or angry outsiders who are often just getting by financially, or too busy protesting something to spend money on things like toothpaste, nice clothes, or a mortgage (when we weren’t being portrayed as deviants or criminals). Years of that kind of repeated stereotyping has had a mostly negative effect on how Americans perceive lesbian/bi women, including advertisers. This is one of the reasons ‘visibility matters’ was the original slogan of the site."

 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Auch wenn die Männer im Marketing, Publishing, in Führungspositionen in Verlagen und in der Werbewirtschaft schwul sind, heißt das noch lange nicht, dass das auch lesbischen Frauen bzw. lesbischen Medien nutzt.

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Fr

23

Sep

2016

"Demo für alle" will erstmals nach Wiesbaden

Hessen arbeitet gerade an einem Aktionsplan gegen Homophobie. Und im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen steht explizit die Verpflichtung zur Aufklärung über LGBTI, wodurch die Landesregierung sich quasi selbst zur Zusammenarbeit mit SchLAu verpflichtet hat. Das hätte vorher niemand der als ziemlich konservativ geltenden hessischen CDU-Fraktion zugetraut. Andererseits: Wer mit den Grünen regieren will, muss sich eben auf solche Dinge der Gleichstellungspolitik einlassen. So konsequent vorangetrieben und festgeschrieben hat das aber bisher kein anderes Bundesland.

 

Klammheimlich den Lehrplan überarbeitet

 

Klammheimlich neben dem Aktionsplan, für den das Sozialministerium verantwortlich zeichnet, hat Hessen den Lehrplan für Sexualerziehung erneuert und in ihm die Aufklärung über sexuelle Vielfalt verankert. Dabei wurde jedoch lediglich ergänzt; überall, wo "Eltern" oder "Familie" vorkommen, wurde erweitert auf Regenbogenfamilien und queere Lebensformen. Es ist kein Abschnitt hinzugekommen oder irgendetwas umgeschrieben worden - das hatte nämlich die "Demo für alle" recht schnell behauptet.

 

Zuletzt sorgte ein erneuerter Lehrplan, der LGBTTIQ berücksichtigt, vor allem in Baden-Württemberg für Entrüstung und bedeutete die Geburt der AfD-gestützten Anti-Bewegung "Demo für alle". Zwar hatte es auch vorher schon in jedem Bundesland, in dem ein neuer Lehrplan beschlossen oder geplant wurde, entsprechende Proteste gegeben, so gut organisiert waren sie vor der "Demo für alle"-Bewegung, die sich das von "Manif pour tous" in Frankreich abgeguckt hat, aber nicht. Außerdem waren die Pläne in einem sehr frühen Entwurf-Stadium in Baden-Württemberg geleakt worden.

 

In Stuttgart war nichts mehr zu holen

 

Nachdem Bildungsplan und ein Aktionsplan gegen Homophobie in Baden-Württemberg in Kraft getreten sind, und es für die Gegner also nichts mehr zu holen gibt in Stuttgart, musste sich die "Demo für alle" zwangsläufig anderen Zielen zuwenden. Ich habe das vorausgesehen, diese Bewegung ist nach wie vor gefährlich. Das war zunächst Sachsen-Anhalt, da konnte man aber noch keine Demo organisieren. Und Bayern, weil da Aufklärung über sexuelle Vielfalt auch sang- und klanglos in den Lehrplan gewandert ist, allerdings wurde die in München geplante Demo im Juli abgesagt, weil zwei Tage vorher der Amoklauf im Norden der Stadt stattgefunden hat. Die Demo zwei Wochen später hatte kaum Teilnehmer. Unterdessen haben die führenden Köpfe von "Demo für alle" aber Kultusminister Spaenle einfach so getroffen und versucht zu beeinflussen.

 

Es war vorauszusehen

 

Es war also vorauszusehen, dass es auch Proteste in Hessen geben wird, zumal bereits für April 2014 schon einmal eine Demonstration in Kassel angekündigt war, die die Organisatoren dann aber selbst wieder absagten. Jetzt will die "Demo für alle" am 30. Oktober in Wiesbaden demonstrieren und mobilisiert dafür gerade sehr breit übers Internet und ihr Netzwerk Anhänger. Die Argumentation ist dieselbe wie in Baden-Württemberg: Man müsse auf die Barrikaden gehen, weil "gegen den ausdrücklichen Willen der Landes-Elternvertretung, gegen das Votum der katholischen Kirche, ohne Absprache mit der Fraktion und ohne öffentliche Diskussion das CDU-geführte Kultusministerium unter Alexander Lorz still und heimlich bereits am 19. August 2016 einen radikalen Sexualerziehungs-Lehrplan erlassen hat, der Kindergefühle und Elternrechte mit Füßen tritt."

Anschließend werden Teile herausgegriffen und wie gewohnt eigenwillig interpretiert. Wer sich selbst überzeugen möchte, was genau im neuen Lehrplan Sexualerziehung steht, kann beim Ministerium selbst hier nachlesen.

 

Regierung ist nicht verpflichtet, neuen Lehrplan bekanntzugeben

 

Die "Demo für alle"-Vertreter_innen irren aber: Erstens war das nicht an der katholischen Kirche vorbei. Und zweitens - und das galt auch für Baden-Württemberg - ist es ein ganz normaler Vorgang, dass Lehrpläne überarbeitet werden. Ergo ist die jeweilige Landesregierung auch nicht verpflichtet, das kundzutun, wenn sie einen neuen Lehrplan in Kraft setzt. Und eine öffentliche Diskussion muss sie auch nicht führen, eigentlich noch nicht einmal eine mit Multiplikatoren oder intern mit den anderen Fraktionen. Dass dies aber dennoch gemacht wird, zeigt nur, wie ernst Regierungsparteien alle Beteiligten nehmen. Natürlich hätte man das aber genau wegen Baden-Württemberg auch anders machen können.

Auch das Votum des Landeselternbeirats ist nicht endgültig. Es gibt eine Eltern-Bewegung in Frankfurt, die die Akzeptanz des neuen Lehrplans will und dafür Unterschriften sammelt.

 

Dass genau aufgrund der Geschehnisse in BaWü unter Forcierung der "Demo für alle" alles so geräuschlos geschehen ist, das reflektiert die Anti-Bewegung freilich nicht. Ob damit der hessischen Landesregierung der Kampf erspart bleibt, bleibt abzuwarten.

 

Leider auch an vielen Medien vorbei

 

Leider allerdings ist der neuen Lehrplan so heimlich gewesen, dass selbst viele Medien und Journalist_innen nicht wussten, was oder in welchem Zeitplan das Ganze vor sich geht. Es gab folgerichtig weder beim zuständigen Kultusministerium, noch bei Staatskanzlei, Grünen und CDU eine Pressemitteilung dazu. Aber wer nicht vor Ort ist, ist klar benachteiligt. Im Vorteil waren dann vermutlich schon vor Bekanntgabe am Freitag die Medien mit der größten Nähe zum Landtag - und das ist naturgemäß der Hessische Rundfunk, der direkt ein Video und einen Audio-Beitrag parat hatte.

Ich selbst war im Mai 2015 noch im Sozialministerium und habe die "Reformierung" des Lehrplans angesprochen, woraufhin mir mit einer Gegenfrage geantwortet wurde: "Woher wissen Sie das denn? Nein, nicht das wir wüssten!". Ich finde das schwierig. Ich arbeite bei LGBTI-Themen frei und bin auf verbindliche Informationen und meine Kontakte angewiesen. So funktioniert Vielfalt in den Medien aber nicht. Und mehr noch: Manch einer munkelt, ob Grüne und CDU sich vielleicht doch nicht soooo lieb haben, wie demonstriert wird?

 

Gegen-Demo

 

Natürlich gibt es bereits ein breites Bündnis für eine Gegen-Veranstaltung am 30. Oktober. Infos zB über "Vielfalt statt Einfalt". Ob die CDU teilnimmt oder dazu aufruft, bleibt abzuwarten.

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Mi

21

Sep

2016

AfterEllen.com wird dicht gemacht

Die US-Website für lesbische Popkultur AfterEllen.com wird am Freitag dicht gemacht. Der Betreiber Evolve Media, der vor zwei Jahren die Site von Viacom kaufte, hat nach zwei Jahren die Reißleine gezogen. Auf der Site selbst steht das nicht, Chefredakteurin Trish Bendix verkündete das Aus des beliebten Subkultur-Blogs in ihrem privaten Blog. Seit 2002 hatte AfterEllen.com zunächst lesbische und queere Frauen in Nordamerika, dann aber auch zunehmend in Europa und andern Teilen der Welt über Genre-News vor allem über Filme, Serien, Literatur, Musik und Popkultur auf dem laufenden gehalten, nach und nach gab es aber auch Artikel zu politischen Themen und Porträts. Ironie des Schicksals: AfterEllen.com war einst nach dem Coming-out von Ellen DeGeneres (und ihrer Sitcom-Figur "Ellen" im Familien-Sender ABC) angetreten, um für mehr Sichtbarkeit von Lesben zu sorgen und sich lesbischen Themen anzunehmen, die in den Mainstream-Medien damals absolut keine Rolle spielten. Der Identifikationsfaktor der Site ist bis heute vor allem für junge lesbische und queere Frauen, die noch nicht out sind, nicht zu unterschätzen, weltweit. Aber genau das reicht als Anspruch und Existenzberechtigung nun nicht mehr. Weil AfterEllen.com nicht wirtschaftlich gewachsen sei, so schreibt Trish Bendix, wird die Seite eingestellt. Dass man bewusst ein Nischen-Produkt führt und eine Marktlücke besetzt? Spielt keine Rolle.

 

Comedian und Talk-Host Ellen DeGeneres hatte sich mit "Ellen" 1997 geoutet (hier ein YouTube-Video). Sie bekam zwar für die entscheidenden beiden Episoden den begehrten "Emmy". Weil aber viele vor allem christliche Zuschauer daraufhin die Sitcom boykottierten und die Werbe-Kunden dem Sender einbrachen, wurde "Ellen" kurz später eingestellt. Begründung von ABC: Man sei ja auch eher ein familienfreundlicher Sender.

 

2005 war AfterEllen.com mit über 400.000 Unique Users die weltgrößte Website für lesbische Themen. Da gab es auch noch AfterElton.com, die schwule Partner-Seite, beide als Hobby von Sarah Warn betrieben. Im Juni 2006 kaufte Logo, ein Subunternehmen von MTV Networks beide Webseiten. Ebenfalls kaufte das MTV-Subunternehmen die schwule Site 365gay.com - die bereits 2010 eingestellt wurde. Logo wiederum ist ein Teil des noch größeren Netzwerkes Viacom, das vor zwei Jahren an Evolve Media in Los Angeles verkaufte. Evolve Media betreibt Fan-Info-Webseiten wie "Total Beauty", "MomTastic", TheFashionSpot" und diverse Special-Interest-Sport-Seiten mit Community. Motto des Unternehmens: "Publishing that matters". Offensichtlich nicht mattering genug.

 

AfterEllen.com nimmt in der lesbischen Internet-Welt eine so besondere Rolle ein, weil Sarah und ihre Bloggerinnen nicht nur immer up-to-date berichteten, sondern weil die Seite meistens die erste war, die wusste, welche neuen Serien und Filme mit lesbischem Inhalt anlaufen, viele davon auch ebenfalls filmisch vorgestellt in den allerersten Vlogs, die es vermutlich überhaupt im Internet gab, als sie aufkamen. Sogar eigene kleine Webserien liefen zuerst oder ausschließlich auf AfterEllen.com. Ein Identifikations-Eldorado ohne Ende - und ohne gleichen. Genau darauf setzte Logo auch beim Kauf, man wollte damit das eigene Online-Video-Geschäft in der Nische ausbauen.

 

In Deutschland ist höchstens die private Website "Coming out of TV", kurz cootv.de, vergleichbar. Die beiden Macherinnen haben sie nach vielen Jahren am Weihnachten vergangenen Jahres eingestellt.

Ich habe viele berühmte und weniger berühmte Lesben und/oder lesbische Figuren über cootv.de für den deutschsprachigen Raum und über AfterEllen.com im nordamerikanischen Raum kennen gelernt. Den Leserinnen war beispielsweise die Comedienne Liz Feldman schon lange ein Begriff, bevor sie international auch dem Mainstream-Publikum bekannt wurde. AfterEllen.com ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Serie "The L Word" so groß wurde wie sie ist und Lebensbedingungen von lesbischen Frauen auch als "reales" Thema in den Blickpunkt anderer Medien rückten. Ich habe nichts weniger als mich selbst ein Stückweit durch diese Berichterstattung kennen gelernt und gefunden, wohl gemerkt in der Anfangszeit des Internets, ohne große Dating-Plattformen, die jetzt so manchem Online-Portal den Rang ablaufen.

 

Das soll alles jetzt nicht mehr wirtschaftlich sein bzw. nicht wirtschaftlich genug? Klar, das Internet hat auch in Deutschland dafür gesorgt, dass Szene-Zeitschriften eingestellt werden mussten, etwa das schwule Magazin "Du & ich". Allerdings hat auch kaum jemand frühzeitig hier auf den Einbruch von Anzeigen reagiert und das Werbegeschäft in die neue digitale Welt übertragen. Damit haben es Nischen-Produkte genauso schwer wie Stadtmagazine, die von Online-Städte-Portalen in Franchise-Konkurrenz überrollt wurden, so ab 2003/04.

 

Auf der anderen Seite geht es aber dem alteingesessenen lesbischen Magazin L-Mag so gut wie nie, seit ein paar Jahren sogar mit eigenem Verlag, mit dem sich die beiden verantwortlichen Redakteurinnen Manuela Kay und Gudrun Fertig selbstständig machten - und zusätzlich auch das Berliner queere Magazin "Siegessäule" herausgeben, seit diesem Jahr sogar deutschlandweit. Und ebenfalls innerhalb dieses Jahres haben sich zwei neue lesbische Magazine gegründet, "Straight" und "Libertine". Der Bedarf ist da, im digitalen Zeitalter ist er vermutlich hinsichtlich von Finden, Auswerten, Präsentieren von relevanten Themen, also des Kuratierens, noch wichtiger als je zuvor.

 

Man sucht sich seine Sexualität nicht aus. Und somit in gewisser Weise seine Medien auch nicht, wenn es nur so wenige gibt. Immer noch, im Jahr 2016. Vielmehr schon wieder. Und wir dachten, die Nische sei überwunden. Ich werde AfterEllen.com vermissen. Die Aufregung um Coming-outs hat sich zwar gelegt. Aber um eine eigene Stimme und das Recht, anders zu sein müssen wir immer noch kämpfen, auch in den Medien.

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Fr

09

Sep

2016

Nicht weiter AfD analysieren, AfD bekämpfen

Ich habe heute Morgen Twitter geöffnet und fand innerhalb von wenigen Minuten 5,6 Links auf Artikel, die sich irgendwie inhaltlich mit der AfD beschäftigen. Hinzu kamen etliche Artikel, die sich damit beschäftigen, dass die CSU jetzt die neue AfD ist. Ich hab die App dann erst mal wieder geschlossen.

So ging das in dieser Woche eigentlich jeden Tag. Es ist die Woche nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Ja, die AfD hat haushoch aus dem Stand abgeräumt. Wie eigentlich bei fast jeder Wahl in der letzten Zeit. Ja, das ist schlimm.

Aber Analysen helfen jetzt nichts. Die wären vor 3 bis 4 Jahren medial sinnvoll gewesen. Da haben aber viele die AfD noch nicht als Gefahr gesehen, weder Politiker_innen noch Medien. Jetzt ist die AfD real, sie geht nicht mehr weg, und ihre Macht wird eher noch wachsen, je mehr die Menschen von den etablierten Parteien enttäuscht werden. Da hilft es nicht, dass die CDU jetzt langsam radikal die AfD verurteilt und die CSU quasi deren Wahlprogramm abschreibt und sich als "Bayern-Alternative" blau anmalt (also neben dem Bayern-Blauweiß).

 

Wieso wundern sich immer noch so viele über die AfD?

 

Es müssen Taten folgen. Doch wohin mal blickt: allgemeine Ratlosigkeit. Parteien, die sich in Nordostdeutschland seit Jahren aus der Fläche gezogen haben, wo keine Infrastruktur mehr vorhanden ist, wo Jugendliche null Perspektive haben - die wundern sich jetzt über das Erstarken der AfD dort? Einige dieser Parteien meinen weiterhin, wir haben ein größeres Problem mit Linksextremismus (in Berlin brennt jeden Tag ein Auto, ischwör!), dabei müssten sie nur mal zB auch in Bayern in die ländlicheren Gebiete blicken, wo jetzt schon teils dieselbe Trostlosigkeit vorherrscht wie etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Die Identitäre Bewegung ist auf dem Vormarsch - und keiner will es merken. Und schon gar nicht reagieren.

 

Stellvertreter-Diskussionen überall

 

Stattdesen werden Stellvertreter-Diskussionen geführt, in die sich auch Medienmenschen einspannen lassen oder die selbst schon so ideologisch verblendet sind, dass sie es nicht mehr merken.

Jüngstes Beispiel: Am Dienstag twitterte Tom Schreiber (SPD), Mitglied des Abgeordnetenhauses in Berlin (ja, genau, in Berlin ist ja jetzt auch Wahl): "Neue Erfahrung am -Infostand. Mein -Gegenkandidat sprach mir seine Wertschätzung zu meiner innenpolitischen Arbeit aus." Twitter schnappte über. Aber nicht, um sich Gedanken darüber zu machen, wie perfide sich die AfD wieder mal ranwanzt und Themen und Menschen für sich vereinnahmt. Nein, sehr viel naheliegender war für Twitterer, dass Tom Schreiber also AfD-nah ist.

 

Beschimpfungen folgten, Fragen, ob er sein Amt als queerpolitischer Sprecher da nicht eher niederlegen wolle, bis hin zu Empfehlungen, doch gleich die Partei zu wechseln. Eigentlich nicht erwähnenswert, dass die AfD diesen Tweet auch gleich für sich vereinnahmte. Aber die größte Aufmerksamkeit - und damit auch falsche Interpretation - bekam Schreibers Tweet durch das Fotografieren und neu Tweeten durch den politischen Korrespondenten des "Tagesspiegel", Matthias Meisner, mit den Worten: "Berliner -Abgeordneter freut sich über Lob der . ". 65 Mal wurde das retweetet. Hinterfragt habe nur ich das. Auf die Frage, wo in dem Tweet denn bitte die Freude sei, das sei doch eher Überraschung, erhielt ich keine Antwort. Ebenso erhielt ich keine Antwort von Leuten, denen ich folge, weil sie Expertise in Rechtsextremismus-Dingen haben, und die auch schadenfroh den Schreiber-Tweet retweeten und Dinge wie "So was kommt von so was" dazu schrieben. Ja, von was denn bitte?

 

Taten statt Schuld-Zuweisungen

 

Tom Schreiber nahm es offensichtlich gelassen und antwortete auf keinen der missverstandenen Tweets oder Retweets. Einem Twitterer nur antwortete er, genau, er finde auch, dass die SPD Innenpolitik viel besser könne als die AfD. Damit war ja auch alles geklärt. Gerade Tom Schreiber, einem Abgeordneten, der bekannt dafür ist, dass er superkritisch ist und sich mit ziemlich vielen anlegt, AfD-Nähe zu unterstellen, ist schlicht lächerlich.

Diese Twitter-Hysterie, in die gestandene Politk-Redakteur/innen ohne nachzudenken mit einschlugen, ist aber ziemlich symptomatisch für das Problem, das wir mit der AfD-Diskussion haben. Sie läuft einfach falsch. Und wir brauchen endlich Taten statt Schuld-Zuweisungen.

 

Das Links-/Rechts-Schema ist, mit Verlaub, scheißegal

 

Jede/r steht sofort unter Nähen-Verdacht. Oder wird in ein Links-/Rechts-Schema eingeordnet, das es so eigentlich grad nicht gibt. Und was nicht zielführend ist, weil es eine Ersatzdiskussion ist für die inhaltliche Auseinandersetzung, die die Parteien dringend mit der AfD führen müssten.

Ein weiteres Beispiel dafür sind Tweets von CSU-Oberfranken-Vorsitzendem Hans-Peter Friedrich oder auch dem medialen Rechtsaußen und Ex-FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg. Leute, auf gut Deutsch: Wer oder was eindeutig links oder rechts ist und damit den anderen Parteien in diesem "Ordnungssystem" den Platz und damit die Schuld an den aktuellen Entwicklungen zu geben, ist nicht wichtig (und außerdem überhaupt nicht zu beantworten).

Wenn ihr wirklich was tun wollt, dann lasst Taten folgen, konzentriert euch auf euch selbst, nicht auf das Diffamieren anderer. Ihr wollt doch was tun, oder?

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Mi

26

Okt

2016

Queerness verquer

Es gibt eine neue Studie zu Sexualitäten und Lebensstilen. Demnach ist Deutschland das queerste Land Europas. Bitte? Genau, ein Dutzend Länder in Europa haben vor uns volle Rechte für Lesben und Schwule, aber wir sind die Sperrspitze der Queerness. Kaum zu glauben.

Nun, es geht aber nicht um Gleichstellung. Oder überhaupt Politik. Andersherum - das vorweg - wäre Position 1 in Sachen Queerness ja auch ein Grund, um endlich mal die Politik der Realität anzupassen. Aber auch darum geht es nicht. Das Motiv des Berliner Marktforschungs-Start-ups "Dalia Research", das die Studie gemacht hat, ist Historismus: Die These, etwa 10 Prozent der Bevölkerung seien schwul oder lesbisch, ist alt. Dalia wollte daher in einer repräsentativen Umfrage in Europa herausfinden, ob man die "LGBT-Bevölkerung neu zählen" kann. Fast 12.000 Europäer wurden dafür befragt. Nicht am Telefon, sondern web-basiert in moderner Online-Kommunikation (soll heißen: nicht über ein Online-Formular auf einer Website).

 

Methode: die alte Kinsey-Skala

 

Ergebnis: 6 % sagen von sich selbst, sie seien LGBT, in Deutschland sogar 7,4 % - der damit höchste Wert eines Landes. Wie aber kommt dieses Ergebnis zustande? Wurde dabei zum Beispiel reflektiert, dass hierzulande so viele Menschen zu ihrer sexuellen Neigung stehen können, weil es ihnen im Vergleich zu, na, sagen wir Ungarn (1,4 %), gut geht, und sie wenig verfolgt, dumm angemacht, bedroht werden? Wie wurde Queerness definiert? Jedenfalls nicht modern, denn Grundlage war auch für die neue Studie im Jahre 2016 die Kinsey-Skala von 1948 bzw. 1953, die zwar unterschiedliche Ausprägungen von Hetero- und Homosexualität und auch Asexualität misst, aber zB eben nicht Transsexualität. Und vor allem durch einen Fragebogen, der versucht, sexuelle Erregungen abzufragen. Das ist durchaus umstritten, jedenfalls in der Soziologie.

 

Sexuelle Identität ist viel mehr als Sex

 

Sexuelle Identität bzw. Queerness ist aber eben sehr viel mehr als Sex. Und so liefert auch die Dalia-Studie vereinfachende, stereotype Ergebnisse wie zB die Ableitung, es gäbe mehr lesbische Frauen bzw. mehr Frauen würden sich als tendenziell lesbisch oder bi definieren, weil mehr Frauen lesbische Pornos gucken. Und dann gibt es so Jugend-Medien wie das Magazin "jetzt" der "Süddeutschen", die schreiben das auch so - und finden diese angebliche neue Vielfalt ganz toll.

 

Film <--> Realität

 

Mal abgesehen davon, dass man allein Abhandlungen darüber schreiben könnte (oder Studien führen) darüber, welche Frauen- und Rollenbilder in Pornos auch mit lesbischen Handlungen so transportiert werden und ob die mit der eigenen Sexualität korrespondieren, so ist doch wohl klar, dass solch eine einfach Korrelation schlicht falsch ist, weil sie Fiktion mit Realität kreuzt. Ich mag auch Thriller, aber deswegen bin ich nicht eher eine potenzielle Messerstecherin als eine andere Frau in meiner Alterskohorte.

 

"Survey is imperfect"

 

Immerhin zugute halten muss man Dalia, dass sie ihre Studie selbst für nicht perfekt halten, da sich immer noch 8 % der Befragten nicht trauten, zu antworten und 12 % nicht antworteten, wie sie ihre Sexualität beschreiben würden. Die Berliner räumen ein, dass das daran liegen mag, wie gefragt wurde, denn die eigene Sexualität ist ja ein sehr persönliches Thema, auch, wenn es anonymisiert behandelt wird.

Ein anderes Problem: Dalia arbeitet mit Targeting und fast ausschließlich online-basiert. Damit erreicht man nicht jede Zielgruppe/Alterskohorte gleich gut.

ABER: Was die neue Studie auf jeden Fall zeigt: Ein Europa der jungen Menschen wäre auf jeden Fall ein bunteres, offeneres. Wenn denn diese jungen Menschen auch politisches Gewicht hätten.

 

 

 

 

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So

09

Okt

2016

Mysterium um AfterEllen.com

Vor drei Wochen wurde bekannt, dass die Webstie für lesbischen popkulturellen Inhalt AfterEllen.com schließt. Eine Ära von Medien-Produktion in der Nische geht damit zu Ende, entsprechend groß war der Aufschrei in den USA, aber auch in Europa (meine Auseinandersetzung damit hier).

 

Dann war auf AfterEllen.com zu lesen: Nee, stimmt gar nicht, wir machen weiter, aber anders. Und 2015 erklärte der Co-Gründer des Betreibers Evolve Media, Brian Fitzgerald, zum Thema: "We just did our 2015 audit, and AfterEllen, TotalBeauty and DogTime grew traffic 48%within one year, and revenue by more than 100%. We were able to achieve those milestones while still reducing headcount by more than 50%. (...) That’s how I can amplify revenue. I’m not adding any salespeople, I’m just giving the team another great product to sell." Und genau letzteres hat wohl nicht geklappt, oder jedenfalls nicht mit Trish Bendix's Richtung "to sell with unique content". Es sah sehr danach aus, dass man vor allem Chefredakteurin Trish Bendix loswerden wollte.

 

Erst vor drei Tagen war dann bei quartz.com zu lesen, dass AfterEllen.com doch dicht macht. Wie denn nun, geht es weiter oder nicht? Ging es nur darum, jemand in Führungsposition loszuwerden, damit man die Richtung ändern kann? Wird die Richtung geändert? Oder wird nicht eher so Content reduziert und der wenigere Content stromlinienförmiger?

 

Das Problem mit dem ausbleibenden Wachsen in der Nische ist freilich ein Stückweit auch selbstgemacht, wenn man nicht investiert, auch im Medien-Bereich. Wenn Fitzgerald sagt, er brauche keine zusätzlichen "salesmen", dann irrt er. Gerade im Online-Bereich ist Zielgruppen-Targeting in der Werbung ziemlich erfolgreich - aber dafür braucht man eben einen langen Atem und direkten Kontakt zu potenziellen Werbetreibenden. Die sind da, auch im Bereich lesbische Frauen. Klar haben Schwule mehr Kaufkraft. Aber gerade in Los Angeles gibt es einige einflussreiche Lesben mit großer Kaufkraft. Jetzt sind dafür Anzeigen auf der Website, die für Donald Trump werben - der offen homophob auftritt.

 

Für Sarah Warn, die AfterEllen.com mal gründete, ist das alles auch ein Ergebnis davon, dass Frauen und Lesben im besonderen nicht als werbewirksam und vor allem nicht als Konsumentinnen eingestuft werden, weil sie jahrzehntelang als unsicher, arm, schüchtern, hässlich, nicht erfolgreich dargestellt wurden. Laut "quartz" schrieb sie u.a. in einer Reihe von Facebook-Posts: "Over the last decade or so, TV and movies have begun to portray some lesbians as wealthy businesswoman, for example, or moms, or both, but for decades prior we’ve generally been portrayed by the media as scared teenagers or angry outsiders who are often just getting by financially, or too busy protesting something to spend money on things like toothpaste, nice clothes, or a mortgage (when we weren’t being portrayed as deviants or criminals). Years of that kind of repeated stereotyping has had a mostly negative effect on how Americans perceive lesbian/bi women, including advertisers. This is one of the reasons ‘visibility matters’ was the original slogan of the site."

 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Auch wenn die Männer im Marketing, Publishing, in Führungspositionen in Verlagen und in der Werbewirtschaft schwul sind, heißt das noch lange nicht, dass das auch lesbischen Frauen bzw. lesbischen Medien nutzt.

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